Die “Big Five” des Meeres
In Sachen Fisch und Meeresfrüchte hat man in Göteborg wirklich die Qual der Wahl: Garnelen, Austern, Krebse, Muscheln und Hummer – Westschwedens “Big Five” des Meeres gehören in Göteborg traditionell auf den Teller. Und warum wählen? Am besten probierst du sie einfach alle, zum Beispiel als gemischte Fischplatte und ganz egal ob in urbanem Milieu oder in der Sonne auf irgendeinem Steg im Schärengarten.

Die Westküste ist die beste Küste, lautet ein Sprichwort in Göteborg. Und für Freunde von Fisch und Meeresfrüchten kann es daran keinen Zweifel geben. Produkte aus dem Meer haben die Stadt geprägt und tun das noch immer: Ob als Wahrzeichen wie die „Fischkirche“, mit hochklassigen Restaurant oder kreativen Küchenkonzepten, die schwedische Esskultur mit Tradition, Innovation und nordischer Gelassenheit verbinden.
Helspecial und Halvspecial
Wenn du dich nicht als ortsfremd outen willst, bestellst du in Göteborg nie einfach nur einen Hotdog. Halvspecial ist das richtige Wort am “Korvkiosk” (dt. Wurstbude) – oder Helspecial, wenn du großen Hunger hast. “Halv” heißt “halb”, “hel” bedeutet “ganz” – und ein Halvspecial ist ein Hotdog mit einer Portion Kartoffelstampf dazu. Bestellt man ihn ganz, gibt es noch eine zweite Wurst dazu.

Diese durchaus spezielle (“special”) Kombination hat der Legende nach ihren Ursprung auf Hisingen, wo sich die Spieler des örtlichen Fußballclubs gerne stärkten. Zwei von ihnen wurden von der einfachen Wurst im Brot offenbar nicht satt genug und bestellten eines Tages eine “Wurst mit Brot und ein bisschen Kartoffelbrei obendrauf”. Und eine Woche später dann “wieder so ein Spezial” – die Geburtsstunde des Halvspecials, das in ganz Schweden beliebt ist.
Die wohl kultigsten Wurstbuden in Göteborg sind Lasse på Heden und der “Korv Kiosk” im Stadtteil Majorna.
Makrele

Das grün-schwarze Juwel der Meere ist so typisch für Göteborg, dass sogar die Fußballer des vierfachen schwedischen Meisters Gais sich “die Makelen” nennen. Das zarte Fleisch der Fische wird oft geräuchert serviert, und man findet es in vielen Fischrestaurants der Stadt oder in Kneipen wie Ölstugan Tullen.
Auch der Hering hat an der Westküste große Bedeutung – und die schwedische Fischküche unter anderem zum Gericht “S.O.S” inspiriert. In diesem Fall kein Hilferuf, sondern die beliebte Kombination aus Hering (sill), Käse (ost) und Butter (smör) als Vorspeise – und gern in Kombination mit Schnaps verzehrt.
Hönökaka

Auch das bekannteste Brot der Region ist eng mit der Fischerei verbunden – und nach einer Insel im nördlichen Schärengarten benannt: Hönö. Hier lebten einst hauptsächlich Fischer. Und damit sie ausreichend Energie und Proviant für mehrere Tage auf See hatten, nahmen sie ein dickes Fladenbrot, gebacken mit viel Butter und Zucker, mit.
Ab und zu findet man auf den Inseln noch die reichhaltige Ursprungs-Variante, das so genannte “Bagebrö” – zum Beispiel im Hönökakans Hus. In städtischen Supermärkten gibt es den handlicheren Hönökaka, der sich mit süßem wie herzhaften Belag oder Aufstrich kombinieren lässt.
Zimtschnecken

Dass die Schweden ihre Tradition der Kaffeepausen (“Fika”) lieben, ist kein Geheimnis. Aber wusstest du, dass Göteborg einen besonderen Platz in der Fika-Karte Schwedens besetzt? Hier gibt es nicht nur die ganze Bandbreite an Cafés und Konditoreien vom klassischen Caféhaus bis zur hippen Sauerteigsbäckerei. Sondern dazu noch eine ganze Straße im Stadtteild Haga, in der sich die Backstuben mit der Produktion von XXL-Zimtschnecken überbieten. Tipp: Auch wenn die klassische “Kanelbulle” ein Dauerbrenner ist – probier auch mal die Kardamomschnecken, es lohnt sich!
Hier geht´s zum Fika-Guide für Göteborg.
Göteborger Brauereien

Göteborg gilt als Bierhauptstadt Schwedens und hat eine ganze Palette lokaler Brauereien aufzubieten: Dugges, Spike, Stigbergets, Beerbliotek. Das Gute: Man muss nicht lange suchen, die meisten Kneipen haben die lokalen Marken selbstverständlich im Angebot. Einige Brauereien verbinden die Brauerei direkt mit Schankräumen, zum Beispiel die im Stadtteil Majorna.
Schwedisches Sushi

Neben den Klassikern der schwedischen Fischküche zeichnet sich in Göteborg ein neuer Food-Trend ab: Westschwedisches Sushi. Er ist so neu, dass er noch keinen eigenen Namen hat. Aber immer mehr Köchinnen und Köche kombinieren regionale Meeresprodukte mit japanischen Techniken – und das Ergebnis ist meist köstlich. Hoze und Vrå sind zwei der besten Adressen für diese Art von skandi-japanischer Fusionsküche.

Michelin-starred Japanese restaurant
Food enthusiasts and top chefs alike flock to this exclusive sushi and omakase restaurant. At Hoze, head chef José Cerdá serves a small-scale yet luxurious daily menu, crafted with local ingredients and exceptional culinary expertise.

Eco-certified Japanese restaurant
A strong focus on sustainability with inspiration from Japan and the delicacies of the west coast.
Frühstück
Vergiss Overnight Oats und Chia Pudding – wenn du schon in Schweden bist, dann muss auch das Frühstück dazu passen! Für deine Bestellung heißt das: eine große Schale so genannte “Fil” (kurz für filmjölk, eine Art Dickmilch), ein gekochtes Ei, ein Käsebrot und mindestens zwei Becher Kaffee.
Viele Cafés wie Me & The Goat in Majorna oder Café Kringlan und Le Petit Café in Haga haben sich mit ihren Frühstücksbuffets bei Freunden des klassischen schwedischen Produkten an frukost etabliert. Noch recht neu in der Cafélandschaft und mit Potenzial zu Lieblingsplåtzen sind das Mormors im Stadtteil Vasa oder das Pinch Pantry an der Linnégatan, die ohnehin die Brunch-Meile der Stadt ist.
Blaue Meeresmahlzeiten
Fisch und Meeresfrüchte bekommen auf den Göteborger Tellern zunehmend pflanzliche Begleiter. Umweltbewusste Gastronominnen und Gastronomen verwenden gerne die so genannten blauen Meeresprodukte – also wild geernteter Tang, Fische aus gesunden Beständen oder Muscheln und Austern aus nachhaltiger Zucht. Gerade der Zuckertang gilt als Seafood der Zukunft und ist in den Küchen beliebt, weil er die fünfte Geschmacksrichtung umami beisteuert.

In an age where new and innovative food is constantly sought after by both restaurants and gourmands, the blue food appears as perhaps extra exciting. Blue food, i.e. sustainably grown or wild-caught food from the sea, offers unique flavours and opens up new opportunities for culinary creativity.
Feskekörka

Die als “Fischkirche” bezeichnete Fischmarkthalle Feskekörka gibt es seit 1874 – und seit 2024 frisch Renoviert und mit noch mehr Restaurants, die den fangfrischen Fisch in allen Spielarten zubereiten. Sie ist aber auch der Ort für alle, die selbst fangfrischen Fisch einkaufen und zubereiten wollen – oder einfach mal das breite Angebot bestaunen und vielleicht einen Heringshappen probieren.
